Die Douglasie

Was spricht für den Anbau der Douglasie in Österreich?

- Sie verfügt über eine überdurchschnittliche Wuchsleistung;
- Ihr Holz entspricht höchster Qualität und ist vielseitig verwendbar;
- Sie ist ausgesprochen anpassungsfähig auf Grund einer hohen Vielfalt an Anpassungsformen;
- Während ihrer Vegetationszeit ist sie sehr resistent gegen Trockenstress,
heiße, trockene Sommer sind für sie kein Problem;
- Ihr leicht zersetzbares Nadelstreu wirkt günstig auf den Nährstoffhaushalt des Waldbodens und damit auf das Standortpotential (Erhaltung der Bodenkraft).

Inhaltsverzeichnis:
1. Geschichte der Douglasie
2. Wuchsregionen
3. Anbauversuche bei der Dr. Zundel’schen Forstverwaltung
4. Eigenschaften und Ansprüche
    4.1. Klima
    4.2. Boden
    4.3. Wasserhaushalt
    4.4. Lichtbedarf
    4.5. Wind und Standfestigkeit

1. Geschichte der Douglasie:

Die ursprüngliche Heimat der Douglasie ist im pazifischen Nordamerika. Die Baumart wurde während  der Vancouver Expedition 1791 von dem Arzt Archibald Mencies entdeckt und von dem Botaniker Lambert beschrieben. In ihrer lateinischen Bezeichnung pseudotsuga menziesii wir dem Rechnung getragen. Der Name Douglasie ist auf den berühmten Botaniker David Douglas zurückzuführen, durch den die  Douglasie Eingang in die europäische Forstwirtschaft fand. Er schickte 1827 von einer Forschungsexpedition durch die westamerikanischen Wälder  Saatgut in Form von Zapfen in seine Heimat England. Bereits 1831 wurden die ersten Douglasien auf europäischem Boden zu Versuchzwecken angebaut. Einige dieser Bäume stehen heute noch. Der Bestand, aus dem Douglas die Samen entnahm, ist in Teilen unter anderem im Mount Rainer Nationalpark im US Bundesstaat Washington erhalten.
Durch prähistorische Funde und Pollenanalysen lassen sich aber auch Vorkommen der Gattung Pseudotsuga vor 750.000 Jahren in Europa nachweisen. Im Zuge der Eiszeit sind diese allerdings verschwunden.

2. Wuchsregionen:

In Nordamerika erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Douglasie von British Columbien (55. Breitengrad) über 4000 Kilometer bis nach Mexiko (32. Br.). Die Ost- Westausdehnung reicht etwa 1500 Kilometer von der Pazifikküste (128. westlicher Längengrad) bis zum Felsengebirge (104. w. Lg.) in Colorado und New Mexico.

Das umfassende Verbreitungsareal der Douglasie hat eine große Vielfalt an Anpassungsformen (Herkünfte, Unterarten) zur Folge. Grundsätzlich unterscheidet man aber zwischen der sogenannten Küstenform (Pseudotsuga menziesii,var. menziesii) und der Inlandsform (Pseudotsuga menziesii, var. glauca). Durch biochemische Untersuchungen lassen sich sechs unterschiedliche Teilpopulationen abgrenzen, die sich wiederum in eine große Zahl von Wuchsgebieten unterteilen lassen. Besondere Bedeutung haben dabei Seehöhenunterschiede, Unterschiede in der geographischen Breite, aber auch örtliche Einflüsse wie Luv- und Leelagen oder abfließende Kaltluftmassen. Letztere wirken sich insbesondere auf die Länge der Vegetationszeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Klimastress aus.

Die Anpassungsfähigkeit einer Herkunft ist in der Regel als Folge einer großen Variabilität physiologischer Eigenschaften relativ groß. Ausfälle durch natürliche Selektion von 30 bis 40 % werden aber durch die überdurchschnittliche Wuchsleistung der Restpopulation wieder ausgeglichen. Die Douglasie findet sich in Nordamerika nur in bestimmten Sukzessionsphasen oder auf besonders trockenen Böden als Reinbestand, ansonsten ist sie in Mischbeständen zu Hause.

3. Unsere Anbauversuche:

Prof.-Dr.-Georg-Zundel.jpg 1971, also bereits wenige Jahre nach der Gründung der Forstverwaltung, forcierten Prof. Dr. Georg Zundel die ersten Anbauversuche mit Douglasien. Die größte Schwierigkeit bestand im Finden des richtigen Saatguts für die spezifischen Wuchsbedingungen unseres Reviers.
Bei den ersten Versuchen, die sehr erfolgreich waren, war es damals nicht möglich, die genaue Herkunft des Saatguts zu ermitteln. Also machte man sich auf die Suche.
In einem groß angelegten Versuch wurden über mehrere Jahre unzählige Douglasienherkünfte im Verschulgarten herangezogen. Schon bald kristallisierten sich die erfolgsversprechendsten Herkünfte heraus. Seit 1975 mischen wir bei unseren Aufforstungen Douglasien bei.

 

4. Eigenschaften und Ansprüche:

4.1. Klima:

Die Douglasie stellt sehr spezifische Ansprüche an das Standortklima. Besonders in der frühen Jugend besteht eine gewisse Frostanfälligkeit, die aber mit zunehmendem Alter praktisch keine Relevanz mehr hat. Bei der Wahl des richtigen Standorts im Revier sollte man daher Frostlagen und besonders  Kältestau meiden.
Zu sogenannter Frosttrocknis kann es nach vorübergehenden Wärmeperioden im Winter kommen.  Der Baum kann dabei aus dem gefrorenen Boden kein Wasser aufnehmen, verdampft aber bereits Wasser über seine Nadeln.

Neben der richtigen Herkunft des Pflanzgutes ist vor allem auch der Ernährungszustand des einzelnen Baums entscheidend. Flachgründigkeit sollte in jedem Fall gemieden werden. Erhöhten Schäden bei jungen Bäumen in sonnseitigen Lagen, die aber hohes Leistungspotential für spätere Kulturphasen versprechen, kann mit Schutzmassnahmen wie Schirm-, Kulissen- und Seitenschutz entgegengewirkt werden. Der Kulissenabstand sollte dabei die ein- bis zweifache Baumhöhe betragen. Aber auch das Arbeiten mit Überschirmung lohnt sich, da hierbei, im Vergleich zur Aufforstung auf Freiflächen, die Ausfälle um ein Vielfaches verringert werden können.

4.2. Boden:

Die Douglasie stellt hohe Ansprüche an die physikalischen Eigenschaften des Bodens. Hingegen kann sie, was den Nährstoffbedarf betrifft, als sehr genügsam gelten. Günstig sind wasserhaltende, gut durchlüftete, tiefgründige, feinerdreiche, sandiglehmige bis lehmige Böden im sauren Bereich (pH 5,0 bis 6,5), sowie Silikatböden und skelettreiche Braunerdeböden. Außerdem zieht die Douglasie „warme Standorte “ vor.
Ungünstig sind verdichtete, tonreiche, flachgründige und staunasse Böden, aber auch feinerdarme Böden, Blockschuttdecken, Sande und Humuskarbonatböden.

4.3. Wasserhaushalt:

In der Austriebsphase hat die Douglasie einen hohen Wasserbedarf. Ihr Wuchsoptimum erreicht sie bei einer jährlichen Niederschlagssumme zwischen 800 und 2000 mm. Interessant ist, dass in ihrer Heimat Nordamerika,70 bis 80 Prozent dieses Niederschlags außerhalb der Vegetationsphase fallen. Die Douglasie ist also gut an sommerliche Trockenperioden angepasst.

Die Belastbarkeit der Pflanzen ist in der Vegetationsruhe größer. Das Pflanzgut sollte aber immer mit Sorgfalt behandelt werden. Besonders in der Kulturphase ist die Douglasie sehr anfällig auf Frischeverlust. Es empfiehlt sich beim Transport der Forstpflanzen darauf zu achten, dass das Pflanzgut ausreichend gegen Austrocknung geschützt ist. Bei vorübergehender Lagerung, wegen ungünstiger Wetterbedingungen vor dem Setzen (sonnig und windig), sollte man die Mühe nicht scheuen und die Pflanzen einschlagen.

4.4. Lichtbedarf:

Mit Ausnahme ihrer frühen Jugend benötigt die Douglasie sehr viel Licht und  bevorzugt daher weite Pflanzenverbände. Übermäßiger Lichtmangel durch Engstand beeinträchtigt die Wurzelentwicklung und schwächt die Vitalität und Standfestigkeit des Baumes. Für den jungen Baum wirkt sich hingegen ein gewisser Lichtschutz sehr positiv auf seine Vitalität aus. Man arbeitet daher häufig mit Überschirmung, sollte diese aber abräumen, wenn die Douglasien eine Höhe von zwei Metern erreicht haben.

4.5. Wind und Standfestigkeit:

Windexponierte Lagen sollten wegen der Gefahr der Austrocknung gemieden werden. Im Alter kann es zu Kronenschäden kommen.
Die Douglasie ist ein Herzwurzler und daher gut im Boden verankert. Engstand kann dem aber stark entgegenwirken und das Wurzelwachstum beeinträchtigen. Bei stark verdichten Böden und Flachgründigkeit besteht durchaus die Gefahr eines Windwurfs.



Weitere vertiefende Informationen über die Douglasie finden Sie hier.